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Brasilien macht von sich reden, durch Handwerkskunst und Design, beziehungsweise durch die Verbindung
beider. Neue Maßstäbe setzten hier die Brüder Campana, von denen es
heißt, sie würden aus allem, was sich ihnen bietet, Möbel herstellen. Humberto und Fernando Campana holen sich ihre
Anregungen für den Möbelbau aus allem, was ihnen im Alltag so auffällt.
Das kann ein Stuhl aus Holzresten sein, ein Sofa aus verschieden dicken
Kissen oder andere, scheinbar chaotische Kreationen.
Die Entwürfe der Campana Brüder sind nicht auf Papier zu finden: es
gibt keine technischen Zeichnungen und ihre Arbeitsweise
erinnert so gar nicht an die von typischen Designern. Beide haben
keine Design Ausbildung, sie drücken mit ihren Kreationen Gefühle und
Gedanken aus, halten sich nicht an Bauvorschriften oder bestimmte
Techniken bei der Herstellung. Genau das ist es aber, was ihre Entwürfe
so besonders macht.
Die Brüder Campana sind bodenständig geblieben und halten ihrem Stil die
Stange, auch wenn ihre Arbeiten mittlerweile im Museum of Modern Art in
New York angekommen sind. Die Inspiration ist nach wie vor die Straße.
Straßenhändler, alte Haushaltsgegenstände und andere Dinge, die von
manch einem nur noch weggeworfen werden, erwecken ihr Interesse und
lassen sie zu neuen Höhenflügen ihrer Kreativität ansetzen.
Einst war ihre Kunst reine Provokation, das war sogar noch i1998 so, als die Brüder einen Sessel auf der Mailänder
Möbelmesse ausstellten. Heute wird schon eher die Kunst hinter den
Kreationen gesehen und es ist klar, dass die Brüder nicht einfach nur
den Müll von der Straße als Anregung sehen, sondern das Erlebte und
Gesehene kreativ mit der Kunst des Designs zu verbinden wissen. Die Möbel der Brüder werden aber nur in Kleinserien gefertigt, von
einer industriellen Großproduktion sind sie weit entfernt. Das wollen
die beiden nach eigener Aussage auch gar nicht anders.
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