Brasilien - das klingt nach Sonne, Palmen und langen Sandstränden. Doch das riesengrosse Land erstreckt sich in südlicher Richtung weit über tropische Breiten hinaus. Der
südliche Wendekreis verläuft durch den Bundesstaat São Paulo, ein paar hundert Kilometer nördlich der südlichen Bundesstaaten Paraná, Santa Catarina und Rio Grande
do Sul. Und dort
gibt es in der Tat einige Orte in Höhenlagen, wo es gelegentlich recht kalt
werden kann und wo sogar Schnee fällt.
Jeder pflegt nachdem zu trachten, was er
nicht in Hülle und
Fülle hat. Die viel Hitze Sonne gewohnten Brasilianer machen da keine Ausnahme, und so erfreuen sich hier Orte in Höhenlagen mit Potenzial für Minustemperaturen während der Wintermonate (Juni bis September) grösster Beliebtheit. Der im Hochland von Santa Catarina auf dem 28. Breitengrad südlich des
Äquators gelegene Ort Urubici gilt als der kälteste und schneereichste
Brasiliens. 1990 wurde hier die brasilianische Rekordminustemperatur von -17º Celsius gemessen. Hier schneit es fast jedes Jahr. Allerdings bleiben in den rund 1800 m hohen Bergen um
Urubici nur selten größere Mengen an Schnee liegen.
Zusammen mit São Joaquim liegt Urubici an der so genannten "Schneestraße"
(Caminho das Neves), einer Autobahn die das Hochland von Santa
Catarina mit dem Hochland des weiter südlich gelegenen Rio Grande do Sul verbindet. Im brasilianischen Winter, vornehmlich im Juli, wenn der nationale Wetterbericht Kälte vorhersagt, machen sich Brasilianer aus allen Teilen des Landes auf den Weg hierhin. Mit etwas Glück sehen viele hier das erste Mal in ihrem Leben Schnee. Die touristische Infrastruktur an all diesen Orten ist ausgezeichnet
und bietet eine Auswahl an Hotels mit viel "winterlichem" Komfort,
inklusive
Gartensauna und Kaminfeuer.
Auch das hoch gelegene Gramado ist ein beliebtes "kühles" Reiseziel
für Brasilianer. Der Ort ist zudem für sein interessantes Programm an kulturellen Veranstaltungen bekannt. In Richtung Norden erstreckt sich das küstennahe Hochland bis in den Bundesstaat São
Paulo hinein. Dort ist Campos do Jordão das beliebteste
Winterreiseziel. Als "Winterressorts" angepriesene Reiseziele gibt es auch weiter im Norden von Brasiliens, etwa im Hochland
von Minas Gerais. Schnee fällt dort aber nie. Unter den Großstädten Brasiliens ist Curitiba die
kälteste. Zwar können die Temperaturen dort in Julinächten gelegentlich unter den
Gefrierpunkt fallen, doch auch hier schneit es in der Regel dort nicht. Wie man sieht, gibt es auf
Brasilien Reisen neben Tropenstränden und Regenwäldern noch einiges mher zu entdecken. Zum Skifahren wie in Chile reicht es an den brasilianischen Winterreisezielen natürlich nicht, doch dafür bieten sie Möglicheiten zur Begnung mit einem völlig anderen Brasilien und viel landschaftliche Schönheit.